Anwendung, Vorschläge, Oberflächentechnik für Restaurierung Möbel

hier wird über die Pflege und Restaurierung antiker Möbel gesprochen
Idealist47
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Beitrag von Idealist47 » Sonntag 23. Juli 2017, 14:00

Moin Harry

3rd gardenman hat geschrieben:[post]71158[/post] jeder Quast hinterläßt beim Anweder Tropfspuren

Nun es könnte daran liegen, viel gerührt zu haben. Je länger man quirlt, desto dünnflüssiger wird die Farbe.
Dem nach kein Vergleich zur Binderfarbe.
Gut ist eine Auftragtechnik mehr in der waagerechten Bahn, leicht in Bögen.

viel Erfolg
Martin
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3rd gardenman
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Beitrag von 3rd gardenman » Sonntag 23. Juli 2017, 21:39

Der Auftrag erfolgte schon in Bögen - aber trotzdem sind kleinere Spritzer auf den Anwender gekommen. Nicht so schlimm - aber es waren halt kleine Tropfen.

Heute die erste Hälfte mit der normalen Farbe gestrichen - relativ spritzerarm und nach Abtrocknung mit einem guten Weiss dass sehr harmonisch wirkt. Nicht zu hart und nicht zu bläulich. Genau richtig für eine Werkstatt in der mit Holz gearbeitet wird.
Morgen wird fertig gestrichen - bei Tageslicht wird das Ergebnis deutlich besser. Gleichmässiger und schöner. :)

Decke ist mit Leinoelfarbe in weiss auch gestrichen - es wird jetzt ganz schön hell in der Werkstatt.... :shock: 8)
Grüße Harry

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gerümpel
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Beitrag von gerümpel » Sonntag 23. Juli 2017, 22:30

Sehen wir denn auch mal Bilder von der Werkstatt? :o
Anhand deines Furnierpressen-Links mußte ich ja neidvoll lernen, daß es sowohl goldeloxierte Heizplatten als auch dynamische Kolbenlagerungen gibt...
Is doch immer wieder interessant, was ich alles nicht wußte! :lol:
Gruß Gerümpel

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Beitrag von Idealist47 » Dienstag 25. Juli 2017, 01:14

3rd gardenman hat geschrieben:[post]71154[/post] Bei größeren Flächen oder komplette Neufurnierung, vorallem bei Sägefurnier ist eine anständige Pressung elementar wichtig zur Erzielung einer kürschnerfreien Oberfläche.


Sicher keine Frage, nun denkt man mal zurück ins 18te Jhd und sehe sich mal Runddeckeltruhen, Tabernakelsekretäre u.v.m. an.
Viele dieser Handwerker hatten wenig Arbeitsgerät zu Verfügung. Alte Schriften sagen, sie haben es mit dem Furnierhammer aufgerieben.
Ich habe im Blindholz Schnitte entdeckt, die die Schlussfolgerung ergeben, das stückweise aufgerieben wurde.
Sicher mit hoher Handwerkskunst verbunden. Mir ist es auch schon gelungen eine achteckige Platte als Kreuzfurnier mit Schmalen Streifen
außen und Bänder in Nuss Kernholz und Wurzelmaser mit Haut-und Knochenleim aufzureiben.
Respekt vor unseren Vorfahren :)

abschließend: Kürschner traten auch bei ihnen auf. Diese wurden abschließend nochmals bearbeitet.

gute Nacht
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Beitrag von Idealist47 » Mittwoch 13. September 2017, 01:12

Guten Abend :D

Thema `` Querfaserbrüche an Bugholzteile professionell sanieren ``

Dieses kommt oft bei Kleinmöbel z.b. Stühle aus Bugholz vor. Versuche zu dübeln mit Holz oder Metall oder Epoxid ist meist
vergebens. Wenn man in Richtung ``neue Nutzung `` geht, fällt eine schnelle Fixierung aus.
Es erfordert gute Führung der Feinsäge und Stemmeisen, aber dafür bekommt man einen neuen sicheren Halt.
Um diese Arbeitsabläufe zu vertiefen, hier 4 nummerierte Bilder dazu:
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Harzfüller ist nur eine Möglichkeit für einen Ausgleich zwischen Schiene und Bugholzfläche, da kann man alternativ andere
Massen anrühren. Geleimt werden sollte mit dehnfähigen Glutinleim, auch will ein durchgehender möglichst gerader Faserverlauf
der einzusetzender Teile beachtet sein.

der Martin
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Beitrag von Idealist47 » Donnerstag 6. September 2018, 12:21

Thema ``Furnier aufreiben``

Zwei gängige Anwendungen:

1. mit ``heißen Hammer`` aufreiben
2. Furnier ohne Hammer mit Bügeleisen erwärmen und aufreiben

Tipps hierzu:
Furnier neigt dabei mit Kontakt des flüssigen Leims sich nach oben zu wölben. Das verursacht das Wasser. Dabei quellen die
Holzfasern der Kontaktfläche, die noch trockene Fläche wirkt dagegen und es verformt (wölbt) sich.
Ich reibe auch mit einem Bügeleisen und Zwischenlage (z.b. Backpapier) und einen Hartholz.
Also Furnier sanft erwärmen (Übungssache in der Zeit und Wärme). Dann nehme ich ein Tuch in heißen! Wasser benetzt und
feuchte die Oberseite an. Nun sind beide Flächen feucht und die Wölbung hebt sich auf. Es können manchmal Fehlstellen sprich
kleine Blasen ( Kürschner ) entstehen. Diese nach guter Abbindezeit einzeln neu anrreiben.
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Beitrag von Idealist47 » Samstag 22. Dezember 2018, 23:07

Moin

Thema: einfache Ölfarben und Öllasuren selber herstellen

Ich bevorzuge hierfür Standöle (Dicköle) die aus fast allen trocknenden fetten Ölen hergestellt werden. Unter Luftabschluss werden
diese etwa 10 - 20Std. bei 300°C erhitzt. Dadurch werden Verlauf, Elastizität, Wasser -u. Wetterbeständigkeit erheblich verbessert.
Der Verlauf ist so gut, das kein Pinselstrich mehr zu sehen ist.

Hinweis:
selbst angeriebene Ölfarben erreichen nicht die Feinheit gegenüber maschinell gerieben, denn das geschieht durch Öl und Pigment
unter hohen Druck zwischen zwei Walzen. Folglich sind handgemachte Ölfarben etwas gröber. Dennoch haben alle Handwerker/ Künstler
damals vor der Industriealisierung ihre Farben von Hand angerieben.

Werkzeuge:
Marmorplatte oder starke Glasplatte
Spatel oder Spachtel leicht biegsam
Löschpapier oder dicken saugfähigen Karton
Küchensieb
Pigment:
nach Bedarf Erden oder Synthetisch
Netzmittel: Balsamterpentinöl
Öl: Standöl
Herstellung einfache Ölfarbe:
Pigment in einen Glas mit Küchensieb einsieben ( Verhinderung von Klumpen ). Langsam etwas Balsamterpentinöl einfüllen ( Überschichten). Soweit das obere Fläche gerade benetzt wird. Das nennt man ``einsumpfen``
Über Nacht stehen lassen. Dann diesen Farbbrei entnehmen und auf Löschpapier od. Pappe aufstreichen. Das überschüssige
Balsamterpentinöl wird nun aufgesaugt. So wird jedes Pigmentkorn benetzt. Nun diesen Farbbrei auf die Platte aufhäufen
und mittig etwas Öl aufgeben. Mit Spatel in achter Bewegungen lange reiben.
Schon ist eine einfache Ölfarbe fertig zum malen oder streichen.
Mengenangaben finde ich Schwierig als Angabe, denn Anwendungen, Deckungskraft sowie Leuchtkräfte sind individuell.
Ich habe mir als Anhaltspunkt festgelegt... Pigmentmenge 10Teile auf 1 Teil Öl. Aus diesen kann man weiter ergänzen bzw.
verdünnen.

Herstellung Öllasur:
Standöl
Netzmittel Balsamterpentinöl
Malmittel Dammar ( Naturharz )

Malmittel wird angesetzt wie folgt:
1 Gewichtsteil Dammar zerkleinert (zerstossen) auf 5 Gewichtsteile Balsamterpentinöl. Dieses 3 Tage stehen lassen. Dann
schütteln und durch Strumpfhose filtrieren.

Ölfarbe wie oben beschrieben anreiben. Malmittel mit Ölfarbe mischen. Dazu Konsistenz einstellen.
Durch das Malmittel erreicht man einen lasierenden, leicht durchscheinenden Effekt.

Hinweis:
Dammar ist ein Harz von südostasiatische Laubbaumarten ( Rindensekret )
Es ist ein sehr helles wenig gilbendes Harz, welches für helle Pigmente sehr geschätzt wird.
Etwas spröder als Mastix
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Beitrag von Idealist47 » Sonntag 23. Dezember 2018, 19:15

Ergänzend zum vorherigen Beitrag...

Thema: Einteilung der Öle

MINREALÖLE-Paraffinöl, Maschinenöl
bestehend aus Kohlenwasserstoffe, gewonnen aus Erdöl oder Kohle.Sehr hoch molekular d.h. sie erstarren bei Zimmertemperatur
FETTE ÖLE-Sie werden in nicht,. halb,. und trocknende Öle unterteilt. Es sind Glyceride von ungesättigten Carbonsäuren. Vorkommen
aus Pflanzen und Tierreich

trocknende Öle... chinesisches Holz (Tung)öl, Perillaöl, Leinöl. Trocknung etwa 2-4 Tage zu einem festen Film
halbrocknende Öle... Hanföl, Mohnöl, Sonnenblumenöl, Walnussöl
trocknen ebenfalls zu einem festen Film, jedoch in westentlich längeren Zeitspannen
nichtrocknende Öle... Olivenöl,Ricinusöl. Sie zeigen keine Filmbildung

ETHERISCHE ÖLE- Lavendelöl, Nelkenöl, Terpentinöl.
Sie sind leichtflüchtige chemische Stoffgemische verschiedener Zusammensetzung. Durch hohen Dampfdruck geruchsintensiv.
Anteile von Terpenen bewirken teilweise fungizid und bacterizide Eigenschaften.

Hinweis: weitere Öle sind hier nicht aufgeführt. Dürfte für Restaurierungen usw. hier im Forum ausreichend sein.
Darf aber sicher noch erweitert werden.
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Beitrag von reas » Montag 24. Dezember 2018, 00:04

Hi Martin, lieben Dank für die Herstellungsbeschreibung von der Ölfarbe, soweit alles klar aber wenn ich mir eine Menge von z.B. 500 ml herstellen möchte wird es mit dem reiben auf der Platte schwierig, somit bleibt nur die Alternative es in einem Gefäß zu vermischen oder wie sonst?

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Beitrag von Idealist47 » Montag 24. Dezember 2018, 00:16

Guten Abend reas,
In einem Gefäss wird es minderwertig. Denn es werden nicht alle Partikel benetzt. Wird beim Auftragen sichtbar,d.h.
kleine Klümpchen teigen aus.
Du solltest dann mehrere Chargen anreiben. Eine Feinwaage ist hier sehr hilfreich. Z.b. habe ich eine für Kaffeezubereitung
und auch für die Werkstatt für kleine Geldbörsen...
schau mal hier:Gäste sehen keine Links
Eine günstige Waage, hier schon viele Jahre im Dienst.

schöne besinnliche Zeit
Gruß Martin
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