Bilderrahmen/Foto WWI

Sammler alter militärischer Fotos treffen sich hier
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JoeBenson
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Bilderrahmen/Foto WWI

Beitrag von JoeBenson » Freitag 17. April 2020, 19:37

Hi. Auf unserem Dachboden habe ich einen alten Bilderrahmen mit einem eingefassten Bild gefunden. Die plastische Gestaltung aus Bronze, oder was auch immer sonst das sein könnte, trägt die Innschrift "Erinnerung an grosse Zeit" und "Mit Gott für König und Vaterland". Auf dem Kreuz ist 1914 vermerkt. Kann mir jemand sagen, welche Landschaft auf dem Hintergrund abgebildet sein könnte, und ggfls. welcher Truppengattung/vermeintlicher Rang das Foto zuzuordnen ist ?
Gibt es für so etwas potentielle Kaufinteressenten oder ist so etwas eher von nachgelagertem Interesse für Dritte, die keinen Bezug zum Portraitierten haben ?

​Vielen Dank vorab für eure Einschätzung.
Bilderrahmen02-Groß.jpg
Bilderrahmen01-Groß.jpg

Weinstock
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Bilderrahmen/Foto WWI

Beitrag von Weinstock » Freitag 17. April 2020, 21:36

Doch dafür gibt es Sammler. Mich zum Beispiel.

Das Bild stammt wie der Ramen aus der Zeit des ersten Weltkriegs. Preussisch aufgrund des Spruches "Mit Gott für König und Vaterland.". Oben der preussische Adler mit Kaiserkrone.

Die Landschaft kann ich nicht zuordnen, aufgrund der Burg und Hügel wohl Westfront, Frankreich.

Ich nehme an, der Mann ist dort gefallen.

Truppengattung ist mir ohne die Schulterklappen von oben zu sehen unmöglich. In jener Zeit waren Uniformen dann doch zu uniform.

Zum Foto:
Die Uniform scheint Modell 1915, da keine Knöpfe zu sehen sind.

Dienstgrad Feldwebel oder Unteroffizier.
Warum : Schirmmütze, Kragen und der Knopf an der Kragenseite.

Ordenspange auf linker Brust, vermutlich EK1 und EK2.

Bitte weiter den Dachboden durchsuchen. Die Uniform und Ausrüstung wären sehr nett.😉
Das letzte Hemd hat keine Taschen, aber die Freude des Sammlers liegt darin ein besonderes Stück eine Zeit sein Eigen zu nennen.

Asmodeus
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Beitrag von Asmodeus » Freitag 17. April 2020, 23:10

Weinstock hat ja alles schon gut erklärt.

Was nicht ganz klar ist, wurden solche Bilder nur für "Gefallene" angefertigt oder auch für überlebende Kriegsteilnehmer?
Ohne persönlichen Bezug wäre das für mich allerdings kein Sammelobjekt, es scheint doch so, dass das Bild des Soldaten einfach in den vorgefertigten Rahmen mit Spruch eingesetzt wurde, auch wenn Rahmen und plastische Gestaltung ja schon was hermachen.
Ich bezweifle deshalb auch ein wenig, dass die Burg und die Hügel irgend etwas aussagen oder nicht doch eher eine idealtypische gefällige Landschaft darstellen sollen.
Nun weiß ich nicht wie oft das gemacht wurde und wie selten solche Teile sind.
Aber wegen dem anonymen Soldaten (so tragisch sein Schicksal auch war) wahrscheinlich nur wegen dem "Drumrum" interessant für Sammler. Erinnert mich auch an tolle Rahmen auf dem Flohmarkt, wo dann irgendwelche Familienmitgliederfotos zu sehen sind (oftmals leider sehr unvorteilhaft fotografiert), irgendwie auch ein wenig traurig.

Hast Du einen familiären Bezug? Wenn ja, würde ich an Deiner Stelle versuchen herauszufinden, wer die Person auf dem Foto ist und das Bild einfach in Ehren halten. Wenn kein familiärer Bezug, klar, verkaufen. Hab aber keine Ahnung, was so was wert ist bzw. Sammler dafür zahlen..? Weinstock, your turn.

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Bilderrahmen/Foto WWI

Beitrag von Weinstock » Samstag 18. April 2020, 07:11

Da ich es gerne erwerben möchte, wegen dem "drum herum" halte ich es für "unredlich" und mit Geschmäckerl, wenn ich vorher den Preis "baue".

Tatsächlich nehme ich Soldatenfotos aus dem WK1 bei Haushaltsauflösungen immer wieder mit, weil ich es Schade finde wenn sie im Müll landen.

Fotos aus dem WK2 können da merklich teurer sein, vor allem bei interessanten Motiven. ( Fahrzeuge etc) zumeist fehlt den Verkäufern der Bezug, "ach das war der Bruder der Urgroßmutter" oder eben wie hier kenne ich nicht, lag hinten auf dem Speicher.

Ich denke derartige Fotos, das wirkt doch sehr wie ein Grabstein, wurden für Gefallene verwendet.

@ Joe Benson Kannst du das Foto herausnehmen? Die Rückseite ist oft beschriftet. Damals waren Fotos relativ selten und teuer, wenn auch fast jeder Soldat eines in Uniform machen ließ.

Die bei der Familie zurückblieben meist weniger.
Das letzte Hemd hat keine Taschen, aber die Freude des Sammlers liegt darin ein besonderes Stück eine Zeit sein Eigen zu nennen.

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Beitrag von 3rd gardenman » Samstag 18. April 2020, 09:00

Einsätze in der Art wurden in durchaus grossen Stückzahlen von Galvanoplastikfirmen hergestellt. Vielfach versilbert und mit Schmuckpatina versehen - oft genug findet sich auf der Rückseite, am Rand oder ganz klein und versteckt eine Firmenbezeichnung.

Ich meine diese Art von Einsatz schon mal auf einem Flohmarkt in Rosenheim oder Wasserburg/Inn gesehen zu haben - das war aber noch in DM Zeiten.
Grüße Harry

JoeBenson
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Beitrag von JoeBenson » Samstag 18. April 2020, 09:26

Cool, vielen Dank für all die Infos ! Hier scheine ich ja genau richtig zu sein !

lins
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Beitrag von lins » Samstag 18. April 2020, 11:57

Hi zusammen,
hier ein Beleg
Gäste sehen keine Links
Asmodeus hat geschrieben:
Freitag 17. April 2020, 23:10
Was nicht ganz klar ist, wurden solche Bilder nur für "Gefallene" angefertigt oder auch für überlebende Kriegsteilnehmer?
Ich glaube, dass diese Bilder ursprünglich als Erinnerungsstücke "an die Heldenzeit" angeschafft, und später oft zwangsläufig zu "Gefallenen-Gedenkstücken" wurden. :grimacing: Möglicherweise hatte man das auch schon bei der Herstellung im Kopf.
Der Soldat auf dem hier im Thread gezeigten Bild scheint ja mit einer Beinverletzung noch einmal davongekommen zu sein.
Asmodeus hat geschrieben:
Freitag 17. April 2020, 23:10
Ich bezweifle deshalb auch ein wenig, dass die Burg und die Hügel irgend etwas aussagen oder nicht doch eher eine idealtypische gefällige Landschaft darstellen sollen.
Bei so viel "Vaterland" denke ich bei dem Fluss an den "Vater Rhein", den "Schicksalsfluss" in der deutschen Geschichte.
Grüße
Lins

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