Zylinderbuerau aus dem Norden

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mia_sl
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Zylinderbuerau aus dem Norden

Beitrag von mia_sl » Donnerstag 5. März 2020, 10:36

Liebe Wiebke,

du musst dich wirklich nicht rechtfertigen, denn du machst deine Sache wirklich ausgezeichnet. :slightly_smiling_face:
Und unsere lieben User hier im Forum, die dich schon länger kennen und deine diversen Projekte begleitet und bestaunt haben, wissen, dass du dir ordentlich was zutrauen kannst.

Und deswegen bin ich auch sicher, dass du auch noch die Schellack Oberfläche schaffst und dein Sekretär wunderschön wird.
( Die Holzarbeiten sehen doch schon mal richtig gut aus!!)
Mag ja sein, dass man nicht das Level von @reas erreicht.......aber sie spielt ja auch unangefochten in einer eigenen Klasse. ;) :grin:


Also, in diesem Sinne weiter so.
Wir verfolgen den Fortschritt mit viel Freude und Interesse. :slightly_smiling_face:
Gruß Mia

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nux
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Zylinderbuerau aus dem Norden

Beitrag von nux » Donnerstag 5. März 2020, 12:56

wib hat geschrieben:
Mittwoch 4. März 2020, 10:36
Bei dem Versuch mit Orangenöl den grünen Lackresten bzw. der weißen Schicht auf den Schubkastenfronten zu Leibe zu rücken, habe ich wohl Beize aus dem Maserholz angelöst. Es ließ sich jedenfalls sehr viel "braune Soße" herauswaschen und der Farbton ist jetzt wesentlich heller.
uha - sag nicht, dass ich Dich nicht ausreichend gewarnt hätte :grimacing: :) O:-)

Der Hauptbestandteil von dem Zeugs sind eben Limonene, aber so eben als Naturprodukt mit anderen Bestandteilen vorliegend. Noch unkalkulierbarer als 'rein' vorliegend. Für mich gehören die alle eh in den Bereich der 'wilden' also radikalen, tw. unberechenbaren Stoffgruppen. In den '90ern war ich viel im Thema Polymerisation unterwegs und auch sie gehörten damals zu möglichen Probanden für verschiedenste Versuche. Sowohl als 'Objekt' selbst, als auch als Katalysatoren. Und wenn man guckt - ist wohl immer noch und immer wieder Thema, weil sehr spezielle Eigenschaften es eben so reizvoll machen, damit was zu probieren Gäste sehen keine Links

Aber auch: wenn Du jetzt eine solch helle, also quasi fast neutrale Basis erreicht hast, könntest Du eine farbliche (kontrastierende ?) Neugestaltung ja nach eigenem Belieben wieder vornehmen. Und potentielle zukünftige Verwender dieses Vorschlags (des fast letzten Mittels der Wahl) können dank Deines Mutes, es zu testen, jetzt erahnen, was da auf sie zu kommen kann :upside_down_face:

Idealist47
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Zylinderbuerau aus dem Norden

Beitrag von Idealist47 » Donnerstag 5. März 2020, 14:05

Moin
Blaumaler hat geschrieben:
Donnerstag 5. März 2020, 00:24
anstehenden Aufgaben: das kann ich, das mache ich selber und
das habe ich noch nie gemacht, zum Üben ist mir das hier zu schade, da hole ich mir Hilfe
Ich blicke zurück auf meine berufliche Praxis, sprich Restaurierung... sicher erfolgen externe Übungen und Experimente, Proben usw. vor dem eigendlichen
Aufgaben an dem Objekt, sicher ist, der Beginn ist unausweichlich. Ein Lernprozess der niemals endet. Ich lerne auch nach vielen theoretischen und praktischen Kenntnissen stetig weiter.
Finde es sehr mutig solch ein Möbel zu bearbeiten. ;)

Zum Orangenöl habe ich Fragen, wie verhält sich dieses mit anschließenden eventuellen Schellackaufbau?

Das Maserholz wäre leicht lasierend wieder sehr ansehlich. Dazu empfehle ich eine Schellacklösung mit der Sorte
Rubin und leicht mit Anillinfarbe eingefärbt. Vorher Proben zubereiten- z.b. ohne Anillin und einmal mit dieser Farbe

noch eine Frage, wie hast du das Laufleistenproblem nun gelöst? ist auf den Fotos nicht genau ersichtlich

Gruß
Martin
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nux
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Zylinderbuerau aus dem Norden

Beitrag von nux » Donnerstag 5. März 2020, 14:19

Idealist47 hat geschrieben:
Donnerstag 5. März 2020, 14:05
Zum Orangenöl habe ich Fragen, wie verhält sich dieses mit anschließenden eventuellen Schellackaufbau?
da muss ich gestehen passen zu müssen, da keinerlei Erfahrungswerte dazu habe. Allerdings sollten beim Wiederabnehmen - @wib - womit hast Du das gemacht? - eigentlich kaum störende Reste zurückbleiben, aber bei so grobporigem Holz? :thinking:

Bilderrahmen, wo ich früher auch Farbreste damit beseitigt habe, sind meist hart & glatt. Beim Arbeiten anschließend mit Blattmetallen hat es jedenfalls keine Probleme gegeben

Da sich Orangenöl in fast allen organischen Lösemitteln selbst gut löst, könnte man sicherheitshalber daher ev. noch eine Zwischen'waschung' andenken; ansonsten dürfte es wahrscheinlich einfach selbst neue Verbindungen mit weiteren Ölen & auch Harzen eingehen.

Mit Acrylfarbe/-lack dann drüber (aber das will ja hier auch keiner) sollte man allerdings vielleicht wirklich vermeiden ;) :)

wib
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Zylinderbuerau aus dem Norden

Beitrag von wib » Donnerstag 5. März 2020, 16:37

Hi,
vielen Dank für die Rückmeldungen,

@Mia, es beschleichen mich ja selber manschmal Zweifel.....sonst hätte ich vielleicht auch anders reagiert...


nux hat geschrieben:
Donnerstag 5. März 2020, 12:56
uha - sag nicht, dass ich Dich nicht ausreichend gewarnt hätte :grimacing: :)

Nö, sag ich doch nicht- alles was ich hier mache ist rein selbstverantwortlich 8) ':) O:-)
...außerdem sind noch reichlich Farbreste im Maserfurnier vorhanden. Da ich die Furnier - Fehlstellen noch ausbessern werde, muß ich sowieso die Farben angleichen. Also - keine Bedenken.

Ich hab das Orangenöl mit lauwarmen Wasser und einem Tropfen Neutralseife nachbehandel. In dieser Kombination habe ich erst die weiße Schicht abgeschrubbt bekommen- und auch die Beize- weder das Orangenöl noch das Seifenwasser alleine haben etwas gebracht. Ich habe auch Alkohol ausprobiert, aber da hatte ich den Eindruck, kaum etwas gelöst zu bekommen.
nux hat geschrieben:
Donnerstag 5. März 2020, 14:19

Da sich Orangenöl in fast allen organischen Lösemitteln selbst gut löst, könnte man sicherheitshalber daher ev. noch eine Zwischen'waschung' andenken; ansonsten dürfte es wahrscheinlich einfach selbst neue Verbindungen mit weiteren Ölen & auch Harzen eingehen.
Nux, womit wasch ich denn am Besten zwischen?
Idealist47 hat geschrieben:
Donnerstag 5. März 2020, 14:05
Anillinfarbe
Huch, Martin, wieder so etwas, womit ich noch nichts zu tun hatte. Färbt man damit nicht eigentlich Leder? Und gibt es einen Hersteller, wo ich mir die Farbe zumindest virtuell anschauen kann?

Die Laufleisten zeige ich später-
muß jetzt los......
Grüße
Wiebke

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Beitrag von nux » Donnerstag 5. März 2020, 17:18

wib hat geschrieben:
Donnerstag 5. März 2020, 16:37
womit wasch ich denn am Besten zwischen?
da Du schon mit Seifenwasser drauf warst :thinking: - ist möglicherweise eh fast alles weg. Wäre aber vermulich auf die Idee überhaupt nicht gekommen, vllt. erst ganz zum Schluss nochmal oder so ;) - nein , ich nehme es ganz unprofessionell mit Nagellackentferner wieder ab. Auch wenn ich Pinsel damit gereinigt habe, kommen die hinterher noch kurz da rein und wenn man sie dann in Küchenkrepp ausreibt ist eigentlich immer alles pico.
@Martin (dem sich sicher bei sowas alle Haare sträuben) hat da sicher hinsichtlich geeigneten Lösemitteln vermutlich noch bessere Vorschläge - bitte, bitte O:-)

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Beitrag von Idealist47 » Donnerstag 5. März 2020, 17:21

Anilin ist ein älterer Begriff.
Das Ausgangsmaterial ist Teer. Unter Spiritusbeizen wird man fündig.
Zum Testen gab es Kleinstmengen von z.b. Clou. Ob diese noch im Fachhandel, sprich der Händler um die Ecke, kann ich nicht sagen.
Ist lange her... es gab diese auch im Baumarkt
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Beitrag von Idealist47 » Donnerstag 5. März 2020, 17:33

nux hat geschrieben:
Donnerstag 5. März 2020, 17:18
geeigneten Lösemitteln
Ein sehr kräftiges Lösemittel aus der Gemälderestaurierung wäre Dowanol PM oder auch als Methoxypropanol bekannt.
Eine Info gibt es hier:Gäste sehen keine Links

Aber aus der Ferne kann ich schlecht beurteilen, was wirklich Probleme bereitet.
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Beitrag von nux » Donnerstag 5. März 2020, 17:48

Idealist47 hat geschrieben:
Donnerstag 5. März 2020, 17:33
was wirklich Probleme bereitet.
momentan - nichts ;)

scroll sonst nochmal hoch, wir reden im Dreieck :grin:

Du hattest gefragt, wie es sich mit Schellackaufbau nach einer Behandlung (von irgendwas) mit Orangenöl verhalten könnte (meine Antwort darauf oben). Dabei hatte ich gesagt, man könne zur Sicherheit ev. mit einem organischen Lösemittel Reste aufnehmen. Dies hatte wiederum @wib rausgegriffen und ich darauf geantwortet. Aber eben mit Hausmittelchen und gemeint, Du wüsstest vllt. was am besten ginge.

Und das, was Du genannt hast - yup, auch gar keine schlechte Idee :relaxed:

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Zylinderbuerau aus dem Norden

Beitrag von wib » Donnerstag 5. März 2020, 20:54

So, da bin ich wieder

Laufleisten: die hab ich ganz unterschiedlich repariert.
a. Die Schubkastenseiten, die oberhalb der Nut gebrochen waren, habe ich oberhalb der Bruchstelle begradigt. Dann habe ich ein 5mm stärkeres Holz mit einer Nut versehen und dort wieder angeleimt. Und die Böden entsprechend eingekürzt.
Von außen sieh das so aus:
DSC_0534.jpg
von innen ist eine 5mm Versatz in der Seitenwand zu sehen :
DSC_0536.jpg
b. bei den Schubkastenseiten, die nur kleinere Schäden hatten, habe ich einfach die Fehlstellen ausgeflickt. Damit der ganze Schubkasten etwas höher sitzt, hab ich zudem von unten eine Leiste aus Eiche angeleimt, auf der er nun läuft:
DSC_0538.jpg
. Von Innen ist nichts zu sehen.

Das neue Eichenholz wird irgendwann später noch farblich angeglichen.

Die Laufleisten im Korpus:
Die linke Seite war schon mal provisorisch repariert worden: habe 5 lange Nägel entfernt, die ausgenüdelte Leiste umgedreht und an der Gradleiste festgeleimt:
DSC_0540.jpg
Auf der rechten Seite wurden die ausgeschliffenen Stellen der Gradkleiste begradigt, so das ein Pfalz entstanden ist und dorthinein eine "Einlage" aus Eichenholz geleimt.
DSC_0547.jpg
Ich bin immer noch am überlegen , Martin, ob ich deinem Rat folge und auch in der Mitte noch eine zusätzliche Laufleiste einziehe- nur schätze ich die Rückwand nicht stabil genug dazu ein...

....die Schubläden lassen sich jetzt zumindest erstmal einigermaßen gut auf und zuziehen

Hoffe, das alles ist verständlich
Wiebke

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