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che
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Beitrag von che » Samstag 17. August 2019, 19:02

Hi ihr's ich mal wieder, diesmal mit einem Flohmarktfund. Ich weiß eine Altersbestimmung ist hier über Fotos recht schwer, aber vielleicht könnt ihr mir schonmal Hinweise geben damit ich weiter schauen kann.
Mich würde vor allem der Text interessieren, kann den jemand von euch lesen? Und was es mit den Noten auf sich hat. Ich habe solche noch nicht gesehen und bei Google nur ein, zwei Bilder mit ähnlichen gefunden.
Das Stück scheint Handgeschrieben zu sein und ist rückseitig auch beschrieben. Ich habe es aber erstmal im Rahmen gelassen, so ist es meines Erachtens am besten geschützt.
Vielen Dank schonmal für eure Mühen.

Euer che
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lins
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Beitrag von lins » Samstag 17. August 2019, 21:24

Hi Che,
ich bin ganz aus dem Häuschen über Deinen Fund. :upside_down_face:
Das schaut ja ziemlich autentisch aus. Handschrift mit wunderbarer Initiale (wahrscheinlich "E" x).
Ein Hymnus an den Heiligen Nikolaus. Dazu habe ich was Spannendes gefunden. Zwar vom Nov. 2017, - aber so was verjährt ja nicht
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>>Die Handschrift des Nikolausrhythmus „De sancto Nicolao“ wurde laut Kämpf im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts in Fritzlar verfasst – und nun erstmals übersetzt. „Das ist etwas Besonderes“, sagt der Kaplan, der bei dem Fund von einer Fügung spricht. In Fritzlar habe es ab dem 10. Jahrhundert eine große Nikolausverehrung gegeben.<<
Bei Deiner Schrift sind sogar Neumen (Noten) dabei, das könnte die Leute in Fritzlar interessieren und die könnten Dir vielleicht auch bei der genaueren Bestimmung Deines Blattes helfen. Nimm doch mal Kontakt auf und halte uns bitte auf dem Laufenden.
Auch hier noch mal was in der Richtung
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Gruß
Lins

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wa213
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Beitrag von wa213 » Sonntag 18. August 2019, 08:46

Leider kenne ich mich mit der zeitlichen Einordnung nicht aus, aber unter dem Stichwort Antiphonar Blatt solltest du genug Vergleichsexemplare finden, aus dem Bauch würde ich 15. Oder 16. Jh sagen.

che
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Beitrag von che » Sonntag 18. August 2019, 10:08

Oh das ja wirklich mal ein Ding. Dann werde ich mich mal an die Leute in Fritzlar wenden und nach Antiphonar Blatt schauen. Vielen lieben dank euch zweien für die schnelle Hilfe.
Ich schreibe hier wenn ich was neues weiß.
Und falls noch jemand Tipps hat, würde ich mich freuen wenn ihr sie mit mir teilt. :blush:

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nux
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Beitrag von nux » Sonntag 18. August 2019, 13:25

Hallo :slightly_smiling_face:
wa213 hat geschrieben:
Sonntag 18. August 2019, 08:46
aber unter dem Stichwort Antiphonar Blatt
grazie mille, das hilft mir ungemein, jetzt Beispiele zu finden - der Begriff war mir komplett & total entfallen. War aber auch immer noch am rumrudern, weil ich die Schrift bisher nicht, sondern nur die Art der Noten einigermaßen zugeordnet bekam. Denn die o.g. 'Neumen' passten da so noch nicht richtig, es keine nota quadrata und vor allem, weil es 5 Linien sind.

wiki sagt Gäste sehen keine Links "Entwicklung - Quadratnoten haben ihren Namen von der vorwiegend quadratischen Form der Notenzeichen durch die Benutzung von Federkielen. Quadrate und Rauten waren damit einfacher zu schreiben als Kreise oder andere Formen. Alternativ entstand die durch schräg gestellte Federn hergestellte Hufnagelnotation mit Rauten als Notenköpfen. Ihren Ursprung hat die Quadratnotation in der Erfindung der horizontalen Neumenlinien und der Notenschlüssel durch Guido von Arezzo in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts." das grenzt dann wohl nach unten ab

Ich würde eben auch meinen 'gotische Choralnotation' "Dagegen gebraucht die deutsche oder gotische Choralnotation in Anlehnung an die gotische Schrift vorwiegend rhombische Formen; sie wird ihrem Aussehen nach auch Hufnagelschrift genannt. In Liederhandschriften findet sie sich bis zum frühen Meistersang." http://universal_lexikon.deacademic.com/221392/Choralnotation

noch Gäste sehen keine Links - da bis 18. Jh. erwähnt.

Bilder Gäste sehen keine Links

Beispiel einzeln dazu Gäste sehen keine Links
die haben auch so was ähnliches Gäste sehen keine Links

Aus der Schweiz Gäste sehen keine Links "Bedeutendes Dokument der spätmittelalterlichen Choralgeschichte. Viele der Melodien sind erstmals für St. Gallen in Musiknotation mit fünf Notenlinien wiedergegeben."

Aber das erklärt immer noch nicht die Handschrift, die stellenweise fast noch wie karolingische Minuskel aussieht, an anderen Stellen aber deutlich jünger (wie lateinisch-deutsche Kursive)? Aber ich bin da auch nur stümpernder Laie - da bräuchte man einen Paleographen. Nur geraten - wäre ich irgendwo auch 15. Jh. - oder wg. der Schrift sogar möglicherweise etwas früher.

Wo war eigentlich der Floh?

ach so ja - Kontakt-Tipps
Gäste sehen keine Links - denn - die haben so was jedenfalls ;) Gäste sehen keine Links
oder auch Gäste sehen keine Links

Gruß
nux

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