Punze auf 800-er Silberbesteck

Wertschätzungen und Dekor- bzw. Hersteller Bestimmung von Silberbesteck.
Sie suchen ein bestimmtes Besteck, oder wissen Sie nicht wie das Dekor Ihres Silberbestecks heißt?
Jagdworscht
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Punze auf 800-er Silberbesteck

Beitrag von Jagdworscht » Dienstag 14. Januar 2020, 19:31

Hallo,
wir würden sehr gerne Besteckteile zu diesem Besteck aus Familienbesitz dazukaufen, wenn das möglich ist. Aber dazu müssten wir erst einmal wissen, wonach wir genau suchen müssen. Ich vermute Jugenstil und Augsburger Faden, ist das richtig? Aber welcher Hersteller hat dieses Besteck gefertigt? Vielleicht kann uns einer von Euch hier helfen.
LG
Carsten
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silberfreund
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Punze auf 800-er Silberbesteck

Beitrag von silberfreund » Dienstag 14. Januar 2020, 21:06

Da außer Halbmond Krone 800 keine Hersteller-Punze erkennbar ist, kann man einen Hersteller nicht herausfinden, weil das Muster Augsburger Faden nahezu alle Hersteller produziert haben und das waren vor dem WK I um die 300. Bei diesem Muster kann man auch nicht von einer Stilrichtung sprechen, da es dieses schon sehr lange gibt und es auch noch heute hergestellt wird. In Frankreich wird es "filet" genannt.
MfG silberfreund

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Punze auf 800-er Silberbesteck

Beitrag von Jagdworscht » Mittwoch 15. Januar 2020, 10:50

Hallo silberfreund,
herzlichen Dank für Deine Antwort. Wenn es so ist, wie du sdagst, dann ist es eben so. Vielleicht kommen uns durch Zufall einmal Besteckteile des gleichen Herstellers unter die Augen.
Trotzdem möchte ich noch einmal nachhaken. Und zwar finden sich auf der einen Messerseite Halbmond, Krone und "800", wie Du bereits festgestellt hast, auf der anderen Messerseite aber ein anderer Stempel, den ich als Firmenzeichen interpretieren möchte. Für mich ähnelt das der Buchstabenkombination E und T. Ich habe versucht, das einmal zu vergrößern, bekomme es aber nicht besser hin als jetzt angehängt. Vielleicht hilft das doch noch noch einmal ein Stück weiter.
LG
Carsten
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silberfreund
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Beitrag von silberfreund » Mittwoch 15. Januar 2020, 11:20

Das sieht nach Franz Mosgau, Berlin aus, obwohl man das M nicht erkennen kann.
MfG silberfreund

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Punze auf 800-er Silberbesteck

Beitrag von Weinstock » Mittwoch 15. Januar 2020, 11:56

Carsten,

Tipp: Die meisten Handy Kameras haben eine Zoom oder Vergösserungsfunktion. Damit kannst du einfacher den Luppeneffekt erreichen.
Das letzte Hemd hat keine Taschen, aber die Freude des Sammlers liegt darin ein besonderes Stück eine Zeit sein Eigen zu nennen.

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Beitrag von Jagdworscht » Donnerstag 16. Januar 2020, 12:06

Hallo Ihr Beiden,
ich habe es mir zusätzlich noch einmal mit einer starken Lupe angeaschaut und auch die Marke von Mosgau gegoogelt. Das ist es, und ich bedanke mich sehr für diese Hilfe und Aufklärung.
die Firma soll von 1807 bis 1900, nach anderen Quellen von 1872 bis ? bestanden haben und später in einen wie auch immere gestrickten Aktienskandal verwickelt gewesen sein. Ob Mosgau-Silber irgendeinen besonderen Stellenwert im Ranking der Silberwaren hat, entzieht sich meiner Kenntnis. ich würde mich sehr freuen, noch etwas über die Geschichte und das ansehen der Mosgau Bestecke zu erfahren.
LG
Carsten

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Beitrag von silberfreund » Donnerstag 16. Januar 2020, 16:08

Mosgau war ein ordentlicher Silberschmied, aber nicht Hoflieferant. Zur Geschichte der Firma kann ich nicht mehr sagen als das, was im Netz zu finden ist.
MfG silberfreund

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Beitrag von nux » Donnerstag 16. Januar 2020, 17:05

Jagdworscht hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 12:06
die Firma soll von 1807 ...
silberfreund hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 16:08
Geschichte der Firma ... was im Netz zu finden ist.
Hallo :slightly_smiling_face:

hier nochmal die Stempelung für alle Mitleser zum Nachvollziehen Gäste sehen keine Links

was ich nicht nachsehen kann, ist, ob im Scheffler vor diesem Mosgau noch ein anderer ev. war? Gäste sehen keine Links - hat jemand hier den Band?

1830 ist aber wohl richtiger, wenn man 'alte Quellen' heranzieht, z.B. aber von den Anfängen an hab ich nun nicht geguckt, nur ab da
in 1872 Gäste sehen keine Links
in 1873 Gäste sehen keine Links

in 1872 auch, zeigt sich dann die Umfirmierung Gäste sehen keine Links

in 1874 'Silberwaren Act. Ges. vormals Franz Mosgau in Berlin Gäste sehen keine Links
in 1875 – Vorstand: Emil u. Reinh. Mosgau Gäste sehen keine Links

in 1908 wieder ohne AG "Sein 50 jähriges Arbeiterjubiläum beging am 10. Febr. in der Silberwarenfabrik Franz Mosgau, Markusstr. 50, der Silberarbeiter Theodor Gantzberg. Der Jubilar steht im 72. Lebensjahre; er ist rüstig und noch immer ein tüchtiger Arbeiter... " Gäste sehen keine Links

in 1912 "Gestorben sind die Herren Kollegen: ... Franz Mosgau in Berlin im Alter von dreiundsiebzig Jahren... " Gäste sehen keine Links

in 1925 Gäste sehen keine Links

in 1931 Gäste sehen keine Links

in 1947 "Franz Mosgau (Berlin, verlegt nach Hamburg, Isestraße 81). Der Sitz der Gesellschaft ist von Berlin nach Hamburg verlegt worden." Gäste sehen keine Links
1952 dann soll es eine weitere Adresse gegeben haben - Hamburg 11, Mönkedamm 7 bei 'siehe mehr' Gäste sehen keine Links - und noch vor oder um 1960 Ende der Geschäftstätigkeit.
Für Genaueres müsste man da wohl bei Bedarf noch in die Hamburger Adressbücher o.ä. reinsehen.


Das einzig 'ganz Besondere' bei Mosgau ist wohl, dass (zumindest) ein Besteckentwurf von Peter Behrens dort (um 1900) gefertigt wurde. Welcher, konnte ich aktuell nicht finden.

Und den Buch v. Grotkamp-Schepers' "Bestecke des Jugendstils" ist auch irgendwas drin - Abb. "174 Vorlegegabel, Vorlegemesser Um 1900 H: Franz Mosgau, Berlin Silber, Stahl, vernickelt und vergoldet" - @rup? Gäste sehen keine Links

Gruß
nux

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Beitrag von silberfreund » Freitag 17. Januar 2020, 17:19

@nux
Mich würde interessieren, wo man etwas über den Besteckentwurf von Behrens für Mosgau finden kann.
MfG silberfreund

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Beitrag von nux » Freitag 17. Januar 2020, 18:37

silberfreund hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 17:19
würde interessieren, wo man etwas über den Besteckentwurf von Behrens für Mosgau finden kann.
tja - das ist eben was, da komm ich auch nicht dahinter, also auch ob es stimmt (und es war mir auch neu). Hab zwar viel Material über Behrens, nicht so viel wie über Eckmann & Christiansen u.a. z.B., aber doch schon Einiges - aber kein Hinweis dahingehend dabei. Aber ich muss zu meiner Schande gestehe, dass ich auch (noch) nicht genau weiß, was alles von ihm Rückert gemacht hat :pensive:

Hatte gehofft, dass es das aus dem Buch "Bestecke des Jugendstils" sein könnte, aber das hab ich nicht. Hast Du es? vllt. bezieht sich aber Grotkamp-Schepers auch auf was davon

Folgende Textstellen

"Art Nouveau and Art Deco Silver, Annelies Krekel-Aalberse, H.N. Abrams, 1989 Gäste sehen keine Links+ - darin "Franz Mosgau, Berlin, Germany Founded in 1807. Executed a flatware design by Peter Behrens." - da(her wohl) auch das ominöse 1807


Dan Klein, Decorative Art, 1880-1980, Phaidon-Christie's, 01.01.1986: im Link ist nicht lesbar, nur diesen Text hab ich gefischt
"A dessert server and two of twelve sorbet spoons, designed by Peter Behrens and manufactured by Franz Mosgau, Berlin, the bowls of parcel gilt; server 22.4cm; stamped FZM monogram and marks (8ozs 15dwts)"

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