Unbekannte Punzen Esslöffel Augsburger Faden (Christofle?)
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- Pladdix Offline
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Unbekannte Punzen Esslöffel Augsburger Faden (Christofle?)
ich bin im Besitz von zwei Löffeln, deren Punzierung ich nicht zuordnen kann. Es handelt sich um zwei Esslöffel "Augsburger Faden", ca. 22 cm lang und 76 g schwer. Beide Löffel tragen mehrere Punzen auf der Rückseite:
1. Punze des Herstellers (wirklich sehr klein, Christofle?, Foto 1)
2. Punze Zahl 60 (Foto 2)
3. Zwei überlappende Punzen (quadratisch + oval, hier kann man ggf. auch die Christofle Waage erahnen, Foto 3)
4. Punze Z oder N (Foto 4)
5. Punze V (auf Seite, Foto 5)
Kann mir jemand weiterhelfen, was die einzelnen Punzen zu bedeuten haben? Was bedeutet die Zahl "60" und die Buchstaben Z/N und V? Warum wurden übereinander gepunzt?
Viele Grüße
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- Tom3103 Offline
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Unbekannte Punzen Esslöffel Augsburger Faden (Christofle?)
Zu deine Fragen
1.) Christofle (franz. Hersteller für versilberte Ware)
2. Art der Versilberung je höher die Zahl umso mehr Silber am Objekt
3. Punze des Herstellers die sich mehrfach geändert hat und es ist hier anzunehmen das es nach 1910 ist
Siehe auch hier
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Zu 4 und 5 hab ich auch keine Idee, aber @nux hilft uns bestimmt.
Gruss Tom3103
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- nux Offline
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Unbekannte Punzen Esslöffel Augsburger Faden (Christofle?)
nö, so erstmal noch nicht. Warum? Hände gebunden - rosa Kasten lesen, auch den letzten Satz da - Objekte immer ganz zeigen, vorn und hinten.
Dann: sind das alle Stempel die drauf sind? weil das eine Dingen ist ja überstempelt, da wird man kaum was draus ableiten können. Wenn nich, Bilder ergänzen.
Und @Tom - Zahlen bei Christofle können alles mögliche verschiedene sein, je nach Zeit ...
Gruß
nux
- Pladdix Offline
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Unbekannte Punzen Esslöffel Augsburger Faden (Christofle?)
Die Bilder zeigen alle Punzen. Auf dem Besteck ist allerdings noch eine Gravur(S Pfeil nach unten D) zu finden.
VG
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- nux Offline
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Unbekannte Punzen Esslöffel Augsburger Faden (Christofle?)
Jetzt so im Kontext mit beiden Filet-Löffeln, der spitzen Laffenform und der Anordnung der drei Standardpunzen wird das deutlicher. Was aber nicht heißt, dass ich da eine ganz sichere Erklärung liefern kann; lediglich eine hoffentlich plausible Vermutung :smirk: - ich schreib erst was und verlinke weiter unten noch dahin wo das nachvollzogen werden kann; dort sind auch entsprechende Fotos und Abb..
Dass man sich mit den Stempeln in den Anfängen der Produktion im 19. Jh. befindet, zeigt der so kleine Namenszug - was Dir ja auch schon aufgefallen ist. Die 60 hat hier nichts mit einer Angabe für Versilberung zu tun, sondern bezeichnet das Jahr der Entstehung - also 1860. In 1860 gab es zuerst noch die Jahreszahl in einer Raute (wie seit 1845), das wurde aber im Jahresverlauf hin zu einem Quadrat geändert. Auch zeigt die Stempelung gesamt, dass das Basismetall (noch) Messing ist, kein Alfénide oder Métal Blanc.
Die eigentliche zu der Zeit gebräuchliche Hersteller-Marke - das CC mit Waage und Biene im Oval - befand sich noch nicht in einem äußeren Rechteck. Davon kann man nur die Reste des Ovals erkennen (wo eben die Überstempelungen sind). Darin in der Mitte war dann die winzige Zahl 72 für die Versilberung, verwendet 1845-1862.
Die Überstempelung ist ja eindeutig ebenfalls eine von Christofle, nur eben kleiner und quadratisch. Was war oder ist passiert? nun - in 1860 gab es in Frankreich eine Gesetzesänderung bzw. Verschärfung hinsichtlich der Marken auf versilberten/vergoldeten Artikeln dass alles nun in einem Quadrat zu sein hatte, um endgültig die Verwechslungsmöglichkeit mit Massiv-Silber/-Gold auszuschließen.
Die allererste Version von Christofle 1860-62 war dann auch quadratisch und das Oval mit dem CC etc. da fast kreisförmig reingequetscht. Das Dingen ist hier m.M. drübergestempelt. Grund? das wäre meine Annahme: schon fertig produzierte Lagerbestände an Roh- oder Fertigwaren den gesetzlichen Vorgaben anzupassen, um sie (noch) verkaufen zu dürfen/können.
In 1862 gab es dann eine weitere Änderung - das Quadrat wurde zum Rechteck gedehnt (ob mit Erlaubnis oder so - ?? ), das Oval darin wieder eines, statt Biene eine kleine Blume/Rosette und der Grad der Versilberung auf 80 erhöht. Das alles und noch viel mehr dort zum Nachlesen [Gäste sehen keine Links] - und auch noch zu den neuen gesetzlichen Versilberungs-Stempeln ab 1860 [Gäste sehen keine Links] -
Zu den Buchstaben oder so eigentlich keine konkrete Idee; wäre das für eine Gastronomie gedacht gewesen, kann so etwas wie das Z auf eine interne Kennung hinweisen bspw. Stockwerk, Anschaffungszeit o.ä.., kann aber auch eine anderen Hintergrund haben, irgendeine Art Prüfzeichen oder ... weiß ich nicht.
Unten hinten am Stielende, das sieht nach einem Besitzermonogramm aus; händisch und wirkt nicht so wirklich professionell eingraviert. Ob das in der Zeit schon gemacht wurde oder irgendwann wesentlich später, auch da - ??
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- Tom3103 Offline
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Unbekannte Punzen Esslöffel Augsburger Faden (Christofle?)
und wieder was gelernt danke @nux. Kannte bisher nur die Raute bei Christoffle für die Jahresangabe daher mein Post mit der Annahme das did 60 im Quadrat für die Versilberung steht. Heisst für die Zukunft .....
Gruss Tom3103
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- nux Offline
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